Die IASWECE ermöglicht die Zusammenkunft von frühkindlichen Erzieherinnen und Erziehern aus vielen Ländern, die sich für die Aufrechterhaltung, Vertiefung und Erneuerung der Steiner/Waldorf Pädagogik für die ersten sieben Jahre einsetzen. Die Vereinigung bietet uns als Erzieherinnen und Erziehern aus verschiedenen Kulturen die Möglichkeit, einander auf immer tieferen Ebenen kennenzulernen und zu verstehen. Der Aufbau von Beziehungen, die von Vertrauen, Offenheit und Respekt unter Kolleginnen und Kollegen geprägt sind und in deren Mittelpunkt stets das kleine Kind steht, ist der Ausgangspunkt für eine Erziehung in Freiheit und hin zur Freiheit.
Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Steiner/Waldorf-Pädagogik weder zu einem theoretischen System noch zu einer Sammlung festgelegter Methoden wird, sondern zu einer Quelle lebendiger, sich ständig weiterentwickelnder Erkenntnisse. Wir bemühen uns, der gesunden Entwicklung der Kindheit zu dienen, indem wir die Fähigkeit fördern, durch unsere eigene selbstgesteuerte innere Aktivität nicht nur die physische Natur, sondern auch die Seele und den Geist des Individuums wahrzunehmen.
Durch den Austausch von Beobachtungen und Studienarbeiten bemühen wir uns, unser Verständnis für die geistige Individualität des anderen zu vertiefen – für die besonderen Eigenschaften, die gleichzeitig durch die Hüllen unseres gegebenen Temperaments und unserer Persönlichkeit sowie durch die Traditionen und Werte unserer jeweiligen Familie und Gemeinschaft zum Ausdruck kommen. Wir erkennen an, dass jede Kultur ihre eigene Beziehung zur Anthroposophie und zur Steiner/Waldorf-Erziehung hat und somit auf einzigartige Weise zu ihrer Entwicklung beiträgt. Wir würdigen die Art und Weise, wie Steiner/Waldorf-Erzieherinnen und -Erzieher in ihrem jeweiligen Kontext arbeiten. Während wir die Autonomie und Initiative jeder Kultur und jedes Einzelnen fördern, ist es unser oberstes Ziel, dass die Quintessenz der Anthroposophie und der Steiner/Waldorf-Erziehung zur Förderung des „Ganzen” beiträgt – von der Familie über die Gemeinschaft bis hin zur Menschheit.
Aus unseren vielfältigen Aufgaben und Idealen entsteht unsere Absicht, an einem dynamischen und künstlerischen Prozess teilzunehmen, der es ermöglicht, dass der menschliche Geist der Waldorf-Erziehung in den Herzen und im kreativen Willen der Erzieher in allen Kontexten und Regionen aufleuchtet und so unseren Kindern in allen Teilen der Welt die Möglichkeit gibt, ihre wahre und volle Menschlichkeit zu entfalten.
IASWECE, Oktober 2025